Vulkaneifel - Artist book
filmstills, lost filmstills, essay, 260 p., 28 x 19,5 cm, hardcover
Foto: private, Dörthe Boxberg



Weite Nebelfelder, eine Pappelallee, wechselnde Wolkenformationen, Baumwipfel, Vulkankrater, Rodungen, Wasserläufe und Felsen: Vulkaneifel entfaltet mit Schwarzweiß-Filmbildern und literarischen Texten eine Suche nach der Gegenwärtigkeit und körnigen Materialität von Landschaft: einer vom Vulkanismus geprägten, kulturell gewachsenen, kargen, dünn besiedelten Gegend im nördlichen Rheinland-Pfalz. Dabei folgt Judith Röder keinem Narrativ, keiner Dramaturgie sondern lässt sich einzig von den Orten ihr seit Kindheit vertrauten Gegenden leiten, die sie über die Jahreszeiten hinweg immer wieder aufgesucht und deren Veränderungen sie dokumentiert hat. Eine besondere Spannung zwischen Oberfläche und Taktilität der Bilder entsteht durch das Filmen mit einer Bolex, die durch Handkurbel betätigt halbminütige Sequenzen bei zweieinhalb Minuten 16 mm-Filmmaterials erzeugen kann, ohne Möglichkeit, die von ihr gewählten Ansichten zu überprüfen. So wird das Einprägen der Landschaft, ihrer Skulpturalität und Plastizität nicht nur in den 16 mm-Filmbildern, sondern auch in der Erinnerung der Künstlerin zu einem notwendigen Verfahren für die gefundenen Ausblicke und Eindrücke. Das Künstlerbuch, parallel zu ihrem gleichnamigen Film ohne Ton, dokumentiert mit Text vor allem auch die Leerstellen, die sogenannten entgangenen Filmbilder. 
Prof. Lilian Haberer
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